IKS-Wissen worauf es ankommt
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Modulbeschreibung

 

Modulbeschreibung (auch als Download)

 

Modul 1
Orientierungshilfe für Träger und Einrichtungen
Qualität und Finanzierung für die Betreuung von
Kindern unter 3 Jahren

Mit einem Betreuungsangebot für Kinder unter 3 Jahren stellt sich den Trägern und dem pädagogischen Personal vielfach eine neue, anspruchsvolle Aufgabe. Wenn der bedarfsgerechte Ausbau im Bereich der Kleinkindbetreuung sowohl quantitativ als auch qualitativ weiter entwickelt werden soll, benötigen alle am Prozess Beteiligten Anregungen, um für Kinder in dieser Entwicklungsphase die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen zu können.

Inhalte

  • Entwicklung und Interessen von Gesellschaft und Familien
  • Gesetzliche Grundlagen u. a. SGB, Tagesausbaugesetz, Kinderbetreuungsfinanzierung
  • Strukturelle Anforderungen an Gruppengröße, personelle Besetzung, Räumliche Voraussetzungen
  • Qualifikation der Fachkräfte
  • Betriebserlaubnis
  • Altersgerechte Entwicklung

Referentin: Barbara Huber-Kramer   Erzieherin, Betriebswirtin, Wirtschaftsmediatorin, Leiterin einer Kindertagesstätte

 

Modul 2
Gestaltung der gesundheits- und entwicklungsorientierten Pflege

Bei Kindern unter drei Jahren liegt eindeutig der Betreuungsschwerpunkt in der Vertrauensbildung, die sich im feinfühligem Austausch und zeitnaher Reaktion auf Äußerung von Bedürfnissen spiegelt. Durch liebevolle Zuwendung während pflegerischer Tätigkeiten wie Wickeln oder Ankleiden wird ein inniges Gefühl der Geborgenheit erzeugt und somit eine sichere Bindung aufgebaut.

Inhalte

Grundzüge der Bindungstheorie

  • Sichere Bindung als Schutzfaktor
  • Auswirkungen sicherer Bindung in der frühen Kindheit
  • Betrachtung des „Berliner Eingewöhnungsmodells“ auf Basis
     bindungstheoretischer Erkenntnisse

Gestaltung der gesundheits- u. entwicklungsorientierten Pflege

  • Berührung sagt mehr als Worte
  • Ermöglichung von Geborgenheit, Orientierung und Sicherheit
  • Das Wickeln des Kleinkindes, Pflegetipps und Hygienevorschriften

Referentin: Maria Urlaub   Kinderkrankenschwester, Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflegeberufe, Dipl. psych. Beraterin ILP®, Sozialfachmanagerin

 

Modul 3
Identitätsentwicklung, Bedürfnisbefriedigung und Ritualisierung

In der Kindertagesstätte und im Krippenbereich ist es erforderlich die physischen und psychischen Grundbedürfnisse der Kinder zu befriedigen und die Kinder zu befähigen, aktuelle und zukünftige Entwicklungsaufgaben aktiv zu bewältigen. Dazu ist es von besonderer Wichtigkeit, die „Signale“ der Kinder richtig zu deuten und adäquat zu reagieren.

Inhalte

Im Spannungsfeld nach Geborgenheit und Autonomie

  • Bewältigung von Entwicklungsaufgaben und Identitätsbildung
     Trotz, das Alter des „Selber-Machen-Wollens“
  • Befriedigung der physiologische und psychologische Grundbedürfnisse
      Schlaf und Ruhe

Essen ist Vertrauen in die Welt

  • Interpretation nonverbaler und verbaler Signale
  • Geborgenheit durch liebevolle Nahrungsverabreichung
     Besonderheiten und Rituale

Referentin: Maria Urlaub   Kinderkrankenschwester, Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflegeberufe, Dipl. psych. Beraterin ILP®, Sozialfachmanagerin

 

Modul 4
Motorische und kognitive Entwicklung, Sicherheit und Aufsichtspflicht

Kinder können schon früh im Leben auf höchst kompetente Weise ihre Bewegungen mit Erwachsenen synchronisieren. Wenn sie heranwachsen, ausgeprägten Bewegungsdrang, Impulsivität und Neugier zeigen, rückt immer mehr die Unfallverhütung in den Blickpunkt raumgestalterischer und konzeptioneller Überlegungen.

Inhalte

Motorische Entwicklung und Unfallverhütung

  • Eckpunkte motorischer Entwicklung
  • Kybernetische Sichtweise der Bewegungsentwicklung
  • Schwerpunkte der Unfallverhütung bei Kindern unter 3 Jahren

Kognitive Entwicklung  und Aufsichtspflicht

  • Die kognitive Entwicklungstheorie nach Piaget
      Bezugspunkte zur Entwicklung des Gefahrenbewusstseins
  • Aufsichtspflicht und allgemeine haftungsrechtliche Grundsätze

Referentin: Maria Urlaub   Kinderkrankenschwester, Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflegeberufe, Dipl. psych. Beraterin ILP® Sozialfachmanagerin

 

Modul 5
Aufbau einer respektvollen Beziehung nach Emmi Pikler

In dieser Fortbildung erhalten Sie einen umfassenden Einblick in die Grundlagen des Ansatzes von Dr. Emmi Pikler, welcher entscheidend zu einer qualitativ hochwertigen Säuglings- und Kleinstkindbetreuung beträgt. Dieser Ansatz zeichnet sich durch eine hohe Achtung vor der Individualität und Würde eines jeden Kindes aus und betont die Wichtigkeit von respektvollen achtsamen Bezugspersonen für die Kinder. Im Mittelpunkt stehen Fragen des Beziehungsaufbaus, die Bedeutung der inneren Haltung der Erzieherin für das Kind und wie Sie den Bedürfnissen der unter Dreijährigen in entspannter und einfühlsamer Weise gerecht werden können.

Inhalte

Bindungstheorie

  • Grundbedürfnisse nach Schutz und Geborgenheit
  • „Sichere Basis“ als Grundlage für Exploration
  • Erzieherin als wichtige Bezugsperson

Rolle der Erzieherin – Bedeutung als wichtige Bezugsperson

  • Einfühlsames Beobachten
  • Authentischer Kontakt
  • Respektvolle Entwicklungsbegleitung
  • Vertrauen in die Selbstbildungskräfte
  • Raum geben

Entspannte Umgebung

  • Sicherheit und Freiheit
  • Gestaltung des Tagesrhythmus und Rituale
  • Beständigkeit und Flexibilität

Dialog in der Pflege

  • Das Kind als aktiver Teilnehmer
  • Achtsamer Umgang

Referentin: Claudia Villringer   Dipl.-Heilpädagogin, Gestaltpädagogin

 

Modul 6
Gestaltung bedürfnisgerechter Spiel- u. Entwicklungsräume

Wie kann innerhalb der Kindertageseinrichtung eine Umgebung geschaffen werden, in der auch die Kleinsten sich und ihr Potential so gesund wie möglich entfalten können? In welcher sie die Möglichkeit haben zufrieden, freudig und engagiert zu entdecken, zu forschen und zu spielen?  Aufbauend auf entwicklungspsychologischen Grundlagen und Erkenntnissen aus der Spiel - und Lernforschung erhalten Sie in diesem Seminar vielfältige Anregungen für die konkrete Materialauswahl und eine Raumgestaltung, die den tatsächlichen Bedürfnissen von Säuglingen und Kleinstkindern entspricht.

Inhalte

Freie Bewegungsentwicklung nach Emmi Pikler

  • Schritte bis zum freien Gehen
  • Klettern/Hüpfen/Laufen
  • Pikler Bewegungsmaterial
  • Gestaltung von Bewegungsräumen

Spielend Lernen

  • Hirn- und Lernforschung, „Thema“ des Kindes
  • Anfänge und Bedeutung des freien Spiels
  • Anregungsreiches Spielmaterial
  • Kreative Entfaltung
  • Beziehungsspiele: Fingerspielen, Gedichten und Liedern

Konkrete Schritte für die eigene Raumgestaltung

  • Fallbeispiele aus der Einrichtung - Umsetzungsmöglichkeiten

Referentin: Claudia Villringer   Dipl.-Heilpädagogin, Gestaltpädagogin

 

Modul 7
Elternkontakt und Praxis der sanften Eingewöhnung

Ob und wie die Eingewöhnung von Säuglingen und Kleinstkindern in eine Kindertageseinrichtung gelingt, hängt entscheidend von einer guten vertrauensvollen Beziehungsgestaltung der Erzieherinnen und der Eltern der Kinder ab. Der Übergang in eine Betreuung „außer Haus“ stellt für alle Beteiligten eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar. Schwerpunkt des Seminars ist die Beschäftigung mir der Praxis der elternbegleitenden Eingewöhnung. Diese wiederum ist die Voraussetzung für das Kind, sein psychisches Gleichgewicht zu bewahren. Der hier vorgestellte Ansatz erlaubt es dem Kind (und den Eltern) Vertrauen aufzubauen und das bisherige Bezugspersonensystem zu erweitern.

Inhalte

Elternarbeit

  • Reflexion der eigenen Einstellung zur „Fremdbetreuung“
  • Erstkontakt und Aufbau einer Erziehungspartnerschaft
  • Bedeutung der Erziehungspartnerschaft  mit den Eltern für das Kind
  • Elterngespräche mit Hilfe von Entwicklungsbögen
  • Übergangsobjekte und persönliche „Ausstattung“ des Kindes

Eingewöhnung als individuell begleiteter Prozess

  • Elternbegleitende Eingewöhnung, nach dem „Berliner Modell“
  • Aufbau einer sicheren Bindungsbeziehung zur Erzieherin
  • Bring- und Abholrituale

Referentin: Claudia Villringer   Dipl.-Heilpädagogin, Gestaltpädagogin

 

Modul 8
Psychosoziale Entwicklung in der Gruppenbetreuung

Die Aufnahme von Kindern unter 3 Jahren in eine bestehende Kindergartengruppe geschieht häufig aus organisatorischen und finanziellen Überlegungen. Dies stellt die betroffenen Erzieherinnen und Kinder vor neue Herausforderungen. Ergebnisse aus Erfahrungen mit der erweiterten Altersmischung zeigen, dass Diese einerseits Chancen bietet, andererseits aber auch mit Risiken verbunden sein kann. Das Seminar zeigt Möglichkeiten auf, wie in dieser gewählten Betreuungsform ein hoher Qualitätsstandard gesichert werden kann, indem die Entwicklungsbedürfnisse aller Altersstufen berücksichtigt werden.

Ebenso von Bedeutung ist ein Verständnis für die psychosozialen Entwicklungsprozesse der 0-3-Jährigen, um die Kinder auch in schwierigen Situationen angemessen und unterstützend zu begleiten.

Inhalte

Erweiterte Altersmischung

  • Chancen nutzen und Risiken bedenken
  • Altersmischung vorbereiten und erleben lassen
  • Bedeutung des „Unter sich seins“
  • Besondere Ansprüche an die pädagogische Arbeit
  • Anregungen zur Erarbeitung einer bedürfnisgerechten Gesamtkonzeption

Fragen der Entwicklung im Zusammenhang mit der Gruppenbetreuung

  • Kritische Zeiten und sensible Phasen des Kindes
  • Umgang mit Konflikten
  • Freundschaftsbeziehungen
  • Regeln, Grenzen und Erwartungen
  • Begleiteter Übergang in den Kindergarten

Referentin: Claudia Villringer   Dipl.-Heilpädagogin, Gestaltpädagogin

 

Modul 9
Bildung unter 3 – wenn nicht jetzt, wann dann?

Bildung – Selbstbildung – Selbsttätigkeit

Diese Begriffe sind untrennbar mit einander verbunden wenn es um Bildung von Kindern unter 3 Jahren geht. Bildung gelingt, wenn das Kind selbsttätig sich, seine Fähigkeiten und seine Umgebung entdecken kann. Dazu braucht es gute Begleiter, die sich von diesen rasanten Fortschritten faszinieren lassen.

Das Seminar lädt ein selbst wieder auf Entdeckungsreise zu gehen, was gerade in diesem Alter an riesigen Bildungsschritten geschieht und möglich ist.

Inhalte

  • Entwicklungspsychologische und neurobiologische Erkenntnisse
  • Reflexion der heutigen Kindheit: Rahmenbedingungen in denen Kinder heute groß werden
  • Wichtige Schritte in der Bildungsentwicklung von Kindern
  • Bedeutung der Interaktion mit Erwachsenen
  • Rolle der Erwachsenen im Bildungsprozess
  • Beobachtung und Dokumentation von Bildungsprozessen
  • Konkrete Umsetzung und Ideen zur Begleitung des Bildungsprozesses von Kinder unter drei Jahren 

Referentin: Birgit Laux   Erzieherin, Natur- und Umweltpädagogin, Kreative Sozialtherapeutin, Autorin päd. Fachbücher

 

Modul 10
Sprachentwicklung

Von Geburt an zeigen Säuglinge die deutliche Absicht zu kommunizieren. Sie tun dies über Mimik, Gestik und Laute. Im weiteren Verlauf ihrer Entwicklung erweitern die Kinder ihr Sprachverständnis und erwerben die Fähigkeit, Sprache zu gebrauchen. Dieser Entwicklungsabschnitt, in dem sich die Sprachkompetenz des Kindes ausbildet ist für die Identitätsentwicklung der Kinder sehr bedeutsam. Er erfordert von den erwachsenen Bezugspersonen ein feinfühliges Eingehen auf die Kommunikationsangebote der Kinder, um deren Lust am Sprechen zu erhalten und eine gesunde Sprachentwicklung zu unterstützen.

Inhalte

  • Frühe Phasen der Sprachenwicklung
  • Neurobiologische Grundlagen
  • Einfühlsame Kommunikation, aktives Zuhören
  • Sprachvorbild der Erzieherin
  • Bedeutung der motorischen Entwicklung und anregungsreiche Umgebung für den Spracherwerb
  • Mehrsprachigkeit
  • Kommunikationsstörung und Sprachförderung
  • Entwicklung von Sprachkompetenz in Alltagssituationen
  • Fingerspiele, Lieder, Reime und Geschichten

Referentin: Claudia Villringer   Dipl.-Heilpädagogin, Gestaltpädagoginn